Die IHKN-Ausbildungsumfrage 2026 liefert
eine klare Botschaft: Der Fachkräftemangel in Niedersachsen ist heute vor allem
ein Matching-Problem. Ausbildungsplätze sind vorhanden – doch viele
Unternehmen finden keine passenden Bewerberinnen und Bewerber. Die Ergebnisse
zeigen zugleich, dass eine moderne Berufsorientierung zu einem
entscheidenden Erfolgsfaktor für die Fachkräftesicherung wird.
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Ausbildungsplätze
bleiben unbesetzt – trotz hoher Ausbildungsbereitschaft
An der aktuellen Umfrage beteiligten sich mehr
als 1.600 Ausbildungsbetriebe aus Niedersachsen. Das Ergebnis ist eindeutig:
- Nur 53,4 Prozent der Unternehmen konnten alle Ausbildungsplätze
besetzen. - 67,9 Prozent der betroffenen Betriebe erhielten keine
geeigneten Bewerbungen. - Fast ein Viertel erhielt für offene Ausbildungsplätze überhaupt
keine Bewerbung.
Bild: Immer noch können viele Ausbildungsplätze nicht besetzt werden
Gleichzeitig bleibt die Ausbildungsbereitschaft im
Land bemerkenswert hoch. Über 70 Prozent der Unternehmen wollen ihr
Ausbildungsangebot stabil halten oder wieder ausbauen.
Der Engpass liegt also nicht auf der
Angebotsseite – sondern bei der Passung zwischen Jugendlichen und
Ausbildungsbetrieben.
Ausbildungsreife wird zur größten Herausforderung
Noch deutlicher fällt das Bild bei der Ausbildungsreife aus.
94,4 Prozent der Unternehmen beobachten Defizite bei ihren Auszubildenden. Genannt werden vor allem:
- Belastbarkeit und Disziplin
- mathematische Grundlagen
- sprachliche Ausdrucksfähigkeit
- Lern- und Arbeitsverhalten
Bild: Auszubildende in einer Berufsschule
Viele Betriebe reagieren mit eigener Nachhilfe oder zusätzlicher Betreuung. Gleichzeitig geben 23,2 Prozent an, leistungsschwächere Jugendliche nicht ausreichend unterstützen zu können. Damit übernehmen Unternehmen zunehmend Aufgaben, die bereits in Schule und Berufsorientierung beginnen sollten.
Die IHKN fordert bessere Berufsorientierung und modernes Matching
Aus den Ergebnissen leitet die IHK Niedersachsen klare politische Forderungen ab:
- Berufsorientierung systematisch ausbauen
- Matching zwischen Jugendlichen und Unternehmen verbessern
- Ausbildungsfähigkeit stärken
- Vermittlung modernisieren
- Ausbildungsbetriebe gezielt entlasten

Diese Empfehlungen verdeutlichen: Eine erfolgreiche Berufswahl entsteht nicht zufällig. Sie benötigt frühzeitige Orientierung, praktische Erfahrungen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wirtschaft.
“Next Level BO” setzt genau an diesen Herausforderungen an
Als Ergänzung zu den vielen sinnvollen Aktivitäten der niedersächsischen IKHs entsteht mit dem Projekt Next Level BO im Wirtschaftsraum Hannover ein praxisnaher Lösungsansatz. Gemeinsam mit SCHULEWIRTSCHAFT Niedersachsen, Schulen und regionalen Unternehmen wird Berufsorientierung als kontinuierlicher Prozess verstanden – nicht als einzelne Veranstaltung.
Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele:
- Schülerinnen und Schüler frühzeitig bei der Berufswahl begleiten,
- Unternehmen und Schulen dauerhaft vernetzen,
- die Passung zwischen Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben verbessern.
Damit greift Next Level BO genau die Herausforderungen auf, die die IHKN-Ausbildungsumfrage beschreibt.
Digitale Berufsorientierung mit FUJOUR
Eine nachhaltige Berufsorientierung benötigt heute digitale Unterstützung. Hier setzt die Plattform FUJOUR an.
FUJOUR begleitet Schülerinnen und Schüler über mehrere Schuljahre hinweg und unterstützt Schulen und Unternehmen unter anderem bei:
- der individuellen Berufsorientierung,
- der Ermittlung von Interessen und Stärken,
- dem Matching mit Praktika, Ausbildungsplätzen und dualen Studiengängen,
- der Kommunikation zwischen Schulen und Unternehmen,
- der Dokumentation des Berufsorientierungsprozesses.
Dadurch entsteht eine digitale Infrastruktur, die Berufsorientierung transparenter, strukturierter und effizienter macht – genau dort, wo die IHKN den größten Handlungsbedarf sieht.
Fazit
Die IHKN-Ausbildungsumfrage 2026 zeigt deutlich: Der Ausbildungsmarkt leidet weniger unter fehlenden Ausbildungsplätzen als unter einer unzureichenden Passung zwischen Jugendlichen und Unternehmen.
Eine moderne Berufsorientierung, frühzeitige Praxiskontakte und digitale Matching-Lösungen sind deshalb keine Zusatzangebote mehr, sondern wichtige Bausteine der Fachkräftesicherung.
Mit Next Level BO im Wirtschaftsraum Hannover wird bereits erprobt, wie Schulen, Unternehmen und regionale Partner gemeinsam neue Wege gehen können. Unterstützt durch die Plattform FUJOUR entsteht ein Ansatz, der die Empfehlungen der IHKN in die Praxis überträgt – und Jugendlichen bessere Chancen auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben eröffnet.